Ratibor Philatelie

Auf über 2000 Seiten wird die philatelistische Heimatgeschichte dargestellt.

Der Autor, Josef Drobny, hat in 3 umfangreichen Bänden, von denen jeder in einem Schuber untergebracht ist, eine beeindruckende Fülle an Material zusammengetragen. Briefmarken, postalische Belege, zahlreiche Ansichtskarten, auch Wappen und Gemeindesiegel von Schlesien. Alles ist farbig abgebildet.

Der Zeitraum 1816 – 1945 bildet den Rahmen des Buches. Der Autor weist ausdrücklich daraufhin, dass er die Abstimmungszeit nach dem 1.Weltkrieg, das Hultschiner Ländchen 1920-1938 mit einbezogen hat, sowie den östlichen Teil des Kreises, der nach einer Abstimmung Polen zugesprochen wurde.

Band 1 befaßt sich mit der Stadt Ratibor. Dort gab es die erste Poststelle wohl 1676, aber es beginnt hier mit den Anfängen der preußischen Post 1816. Die Stadtteile werden vorgestellt, auch besonderer Persönlichkeiten der Stadt und aus historische Quellen zitiert. Zum Abschluß finden sich Wappen und Siegel von Schlesien und Gemeindesiegel.

Band 2 und 3 , ebenfalls jeweils mit über 700 Seiten, befassen sich mit dem Ratibor Kreis. In alphabetischer Folge werden die Ortschaften vorgestellt, wiederum mit allen verfügbaren postalischen und philatelistischen Belegen dokumentiert. Zitate etwa aus dem Topographischen Handbuch von Oberschlesien oder Auszüge aus einem preußischen Adressbuch ergänzen den Text.

Das eindrucksvolle Werk erschien 2021 im Selbstverlag. Die Bibliothek bedankt sich bei dem Autoren für die Buchspende!

Josef Drobny. Ratibor Philatelie. Philatelistische Heimatgeschichte. 2021. Über 2100 Seiten, mit farbigen Abbildungen; 3 fest gebundene Bände in Schubern.

The Postal History of Barbados and Grenada

Edward B. Proud ist als Verfasser und Herausgeber zahlreicher Handbücher bekannt, allein in der Bibliothek finden Sie 70 Titel!

Insbesondere die Gebiete des British Commonwealth und Großbritanniens sind sein Thema. Der vorliegende Band ist ein Beispiel für weitere Ausgaben.

Er ist fest gebunden, enthält Fotoabbildungen und Stempelabbildungen, mit Bewertung auch auf Briefen.

Vorangestellt ist im Text ein geschichtlicher und postgeschichtlicher Abriß. Dann werden die Tarife, Postämter und Stempel behandelt. Im Anhang ist auch eine Statistik der „packet agency“, u.a. mit dem Hinweis „1st June mail thrown over board“ – so etwas passierte zum Glück selten!

Edward B. Proud. The Postal History of Barbados and Grenada. 2006. 335 S.,mit Abbildungen.

International Mail crossing the Italian Peninsula 1815 – 1852

Thomas Mathà ist der Autor dieses Buches, das bereits ein Jahr nach dem Erscheinen in  einer zweiten Auflage erschien. Es zeigt anhand von vielen farbigen Belegabbildungen und detaillierten Angaben zu den Stempeln und Portotaxen, welche Postrouten verwendet wurden.

Mathà unterscheidet zwischen der Post zwischen den alten italienischen Staaten(„Inlandsverrechnung“) und den fremden Posten, die gemäß der individuellen Postabkommen tätig werden konnten.  Querverweise zu Desinfektionspost sind gelistet und eine dreiseitige Bibliograpie  gibt interessante Hinweise auf weiterführende Literatur.  Das großformatige Buch ist fest gebunden, der Text englisch.

Thomas Mathà. International Mail crossing the Italian Peninsula 1815 – 1852. 2.ed. 2018. 245 S., zahlreiche farbige Abbildungen.

Postal History of the Norwegian Hamburg Line 1853 – 1865

The New Handbook

Technische Entwicklungen des Transportes kamen stets der Postbeförderung zugute. So ermöglichten die Dampfschiffe auch neue Transportwege zwischen Norwegen und Hamburg. Trondheim, Bergen und Christianssand waren mit ihren Häfen dabei, viele andere Orte wurden mit einbezogen.

Der Autor, Tore Gjelsvik, stellt die acht Dampfschiffe vor, die den Dienst versahen, mit ihren Fahrtrouten und Hinweisen zu den Fahrplänen. Es werden Belege und Stempel abgebildet. Hinweise auf Literaturquellen bieten Möglichkeiten, das Thema zu vertiefen. Das fest gebunden Buch bietet eine gründliche Darstellung dieser Postverbindung.

Tore Gjelsvik. Postal History of the Norwegian Hamburg Line 1853 – 1865. The new handbook.1996. 112 S., mit Abbildungen

Mail across the oceans

Die folgende Buchbesprechung wurde uns freundlicherweise von Herrn Rainer von Scharpen zur Verfügung gestellt.

Ein Höhepunkt der MonacoPhil 2019 war die Vorstellung der wohl wichtigsten und gewiss gewichtigsten Neuerscheinung zur Ausstellung: ein weiterer Mammutband der „grauen Eminenz“ der Postgeschichte James Van der Linden. 

Im Vorwort kündigt der Autor an: „Alles in allem soll dieses Werk als praktisches Handbuch dienen, das alle verschiedenen Schifffahrtslinien erfasst, mit einer kurzen Beschreibung jeder Linie, einer Karte ihrer Route (was in den meisten Arbeiten fehlt), den Namen der eingesetzten Schiffe (diese sind oft im Brieftext zu finden), und schließlich einem Überblick der speziellen Stempel, die auf den von diesen Linien beförderten Briefen anzutreffen sind.“ Aufgenommen sind alle Linien aus der Zeit der Segelschiffe von ca. 1674 bis 1840 und der anschließenden Ära der Postdampfer bis 1875. 

Der Band gliedert sich nach den großen Ozeanen: Nordatlantik, Südatlantik, Indischer Ozean, Pazifik. Im abschließenden Kapitel geht es um die bisher weitgehend vernachlässigte Schiffpost über zwei oder drei Ozeane. Damit sind vor allem Sendungen durch den Suezkanal und über Panama gemeint. Innerhalb der Kapitel sind die Linien jeweils nach Nationen chronologisch geordnet: zunächst Segelschiffe, dann Dampfer. Auf diese Weise fällt es leichter, einen bestimmten Beleg der richtigen Gesellschaft zuzuordnen. 

Die Fülle an Informationen ist schier erdrückend. Die Fakten begleiten unzählige Abbildungen von Schiffen, zeitgenössischen Stichen, Faksimiles von Konventionen, Fahrplänen und Zeitungsanzeigen. Ergänzend kommen sog. broadsheets hinzu, d.h. als Wandanschläge verwendete großformatige Flugblätter mit Ankündigungen, Verlautbarungen und Vorschriften. Die Namen der Schiffe sind in Tabellen erfasst unter Angabe der Daten für die erste und letzte Überfahrt. Nicht gegeizt wurde mit Belegen, die aus vielen prominenten Sammlungen stammen. Jeder einzelne wird detailliert analysiert in Bezug auf die Gebührenberechnung und den Laufweg einschließlich möglicher Auswechselungshäfen. Wenn der Seeweg einmal von der Anweisung des Absenders auf dem Umschlag abweicht, so werden die Gründe erläutert und die tatsächliche Route aufgezeigt. Besondere Beachtung finden in den Beschreibungen die spezifischen Stempel und Vermerke. Kurz: Diese Dokumentation sucht ihresgleichen!

Van der Linden betont, sein Werk verfolge die Absicht, vorliegende Studien nicht zu kopieren, sondern zu ergänzen. Deshalb verweist er bei den Angaben über die Schiffsgesellschaften und Seerouten konsequent auf frühere vertiefende Arbeiten. Das Quellenverzeichnis von vollen zehn Seiten spricht für sich! Mit dieser Enzyklopädie hat der Postgeschichtler für die kommenden Jahre das maßgebliche Standardwerk zur internationalen Schiffpost bis zur Einführung der Motorschifffahrt.

Van der Linden, James, in cooperation with Jozef Bernard Lux and Paul Wijnants,.Mail across the Oceans. From the beginning to 1875. – La correspondance à travers les océans. Des origines jusqu’à 1875. 2019. Zweisprachige Ausgabe, jeder Teil 296 Seiten, farbige Abbildungen, festgebunden. 

Mitgliederversammmlung 2020

Die Mitgliederversammlung 2020 fand am 4.2.2020 in den Räumen der Bibliothek statt.

Vorstand und Bibliotheksleitung informierten über den Jahresablauf, in dem die ehrenamtlichen Mitarbeiter wieder alle Arbeiten dank ihres großen Engagements erfüllt haben. Die Fernleihe wird gut genutzt,  vor Ort waren die Besucherzahlen etwas rückläufig, aber die Vortragsabende werden gut angenommen. So wünscht man sich mehr Besucher, die die Angebote nutzen. Auch die Öffnungsstunden am Wochenende sollten beansprucht werden. Gerade dann ist die Bibliothek mit dem Auto sehr gut erreichbar und es stehen genügend freie Parkplätze vor dem Haus zur Verfügung. Vereine und Arbeitsgemeinschaften sind herzlich eingeladen, sich in der Bibliothek zu treffen. Nach Absprache sind immer Termine außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Zur Tagesordnung gehörte auch die Neuwahl des Vorstandes. Die bisherige Vorsitzende, Frau Schwanke, hatte nach 18 Jahren im Amt den Wunsch, nicht mehr zu kandidieren.

In einem kleinen Rückblick erinnerte Frau Schwanke an den letzten gedruckten Gesamtkatalog (2003), die erste  CD-Rom mit den Katalogdaten (2005), den ersten Internetaufritt des Kataloges 2012, als die Hamburger Bibliothek als erste aus Deutschland ihren Datenbestand bei der Global Philatelic Library einpflegen konnte. Im Frühjahr 2015 stand dann auch der Katalog auf der eigenen Webseite zur Verfügung.

2011 konnte das 40jährige Bestehen gefeiert werden.

2015 wurde zu einem Krisenjahr, nachdem im Dezember 2014 die finanzielle Unterstützung durch die Stiftung zur Förderung der Philatelie und Postgeschichte kurzfristig komplett eingestellt wurde. Die Wandsbeker Räumlichkeiten mußten gekündigt und die Bibliothekarin entlassen werden. 

Eine unerwartete Welle der Unterstützung und Hilfsbereitschaft half zu überleben und sich neu aufzustellen. So wurden finanzierbare Räume gefunden und der Umzug gemeistert. Seit September 2015 läuft der Bibliotheksbetrieb wieder.

Es war eine der größten Herausforderungen, die Frau Schwanke erlebt hat.

In ihrer Amtszeit wurde  die Zeitschriftenauswertung begonnen (2004), die Buchpatenschaft eingeführt, Buchbesprechungen auf der Webseite und regelmäßige Vortragsabende im Winterhalbjahr.

Neu gewählt wurde als 1.Vorsitzender Oliver Weigel, als Stellvertreter die Herren Ingo Susemihl und  Martin Breuer. Neuer Schatzmeister ist  Uli Salm. Als Beisitzer wieder gewählt wurden Frau Lange und Herr Petry, und aus dem vorherigen Vorstand Frau Schwanke und Herr Professor Dr. Martienß, die den Vorstand in seiner Arbeit unterstützen werden.

In der Bibliothek ist auch eine kleine Museumsecke entstanden, dort werden „historische“ philatelistische Objekte gezeigt.  Ein Grund mehr, einmal einen Besuch einzuplanen!

Prof.Dr. Martienß, Herr Breuer, Herr Susemihl, Frau Lange, Frau Schwanke, Herr Weigel, Herr Salm. Herr Petry auf dem Bild nicht dabei.

 

Buchtipp: „Mit philatelistischen Grüßen“ von Andreas Vogel

Mit philatelistischen Grüßen. Welt- und persönliche Geschichte des Kalten Krieges. Von Andreas Vogel.

Es sei gleich vorweg gesagt: Wer aufgrund des Titels philatelistische Zeitzeugen oder überhaupt philatelistische Dokumente erwartet, wird nicht auf seine Kosten kommen.

Auf 94 beschrifteten Postkarten oder DDR-Ganzsachen notiert der Autor, Jahrgang 1965, aus seiner Sicht (nämlich der eines Schülers und Heranwachsenden in der DDR) weltpolitische und persönliche Ereignisse aus den Jahren 1945 bis 1990.

Diese reichen von seinem Jungpionier-Dasein über die Flucht seiner Tante, die auf einem Flug nach Kuba die Zwischenlandung in Canada zum Umsteigen in ein Flugzeug nach Frankfurt/Main nutzt bis hin zu Schilderungen der Kuba-Krise, des Vietnam-Krieges oder des ersten Deutschen im All. 

Der an deutscher Geschichte, in diesem Fall der der DDR, interessierte Leser wird bei den oft lakonisch vorgetragenen und stets humorvoll komprimierten Texten sagen „Ja, so war das damals, die mussten 12 Jahre auf ihren Trabbi warten, die durften nur studieren, wenn sie ihren Wehrdienst abgeleistet hatten und für die war der Kofferaum-Inhalt eines Besuchers aus dem Westen  gefüllt „mit den kulinarischen Schätzen von Aldi“. 

Dass die Texte in „Erika Ormig“, der Type der bekannten DDR-Standardschreibmaschine gesetzt sind, ist zudem noch ein zusätzliches originelles Gimmick. 

Das Buch bietet ein kleines Lesevergnügen, gehört aber, wie eingangs erwähnt, in den Bereich der „philatelistischen Belletristik“.

Andreas Vogel. Mit philatelistischen Grüßen. 2019. 187 S.,broschiert

Der Vortrag von Herrn Christian Auschra am 19.3.2020 fällt krankheitsbedingt leider aus und wird auf einen neuen Termin verschoben.

Postgeschichte der Alandinseln bis UPU.

Am 19.3.2020 wird Herr Christian Auschra unser Gast sein. Er beschäftigt sich mit dem Thema Alandinseln und ihrer Rolle während des Krimkrieges. Seeschlachten in der Ostsee fanden während des Krimkrieges in den Jahren 1854 / 55 statt.

Der Krimkrieg war ein militärischer Konflikt, der von Oktober 1853 bis zum März 1856 zwischen dem russischen Zarenreich auf der einen Seite und Frankreich, Großbritannien, dem Osmanischen Reich und Sardinien auf der anderen Seite ausgefochten wurde. Zu Beginn des Krieges griff eine französisch / angelsächsische Flotte die russischen Häfen in der Ostsee an und zerstörte im Sommer 1854 die russische Festungsanlage Bomarsund auf den Åland-Inseln.

Gezeigt werden Feldpostbriefe von und zur französisch / angelsächsische Flotte. Ferner werden Briefe gezeigt, die durch die Seeblockade der Alliierten von Schweden nach Finnland geschmuggelt wurden, sowie Briefe auf der nördlichen und südlichen Ausweichroute während der beiden Seeblockaden in den Jahren 1854 und 1855.

 

Beginn 18.30 Uhr – Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen!

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Anfangs gab es nur zwei Markenwerte

Anfangs gab es nur zwei Markenwerte für die Inlandspost in der Dominikanischen Republik. Am 16.1.2020 berichtete der Referent, Herr Krug, über die Ausgaben der Dominikanischen Republik ab 1865. Auslandspost fiel in den ersten Jahren kaum an, sie konnte bei Bedarf aber über die britischen Auslandspostämter Santo Domingo und Puerto Plata verschickt werden.

Es wurden nicht nur viele Marken, gezeigt, bei denen zahlreiche Entwertungen, Druckauffälligkeiten und Abweichungen zu finden sind, sondern auch Belege, die ins Ausland gingen.

Die Zuhörer merkten schnell, dass der Referent ein sehr persönliches Verhältnis zu seinem Sammelgebiet hat, so dass über das Philatelistische hinaus manche interessante Information zu Land und Leuten zu hören war.

 

Neue Spezialkataloge China

Die Forschungsgemeinschaft China hat in den letzten Monaten zwei Bücher des Autoren Herrn Wolfgang R. Balzer veröffentlicht. Es handelt sich jeweils um spezielle Abhandlungen, die auf Kunstdruckpapier gute farbige Markenabbildungen, mit Bewertungen in Euro, enthalten. Besonders hilfreich sind auch Zuordnungstafeln, die die Nummern der Forschungsgemeinschaft mit den Katalognummern von Michel, SG, Scott, Chan und Livingston verbinden. Kurze geschichtliche Texte dienen der Einführung, sie sind auf deutsch und englisch verfasst.

Spezialkatalog der Lokalpost Shanghai (1865 -1897)

Dieser Band hilft bei der Identifizierung der großen Drachen und der Zuordnung zu den entsprechenden Druckauflagen .

Wolfgang R. Balzer.

Spezialkatalog der Lokalpost Shanghai (1865-1897). 2019.

154 S., fest gebunden.

Spezialkatalog der Vertragshäfen Chinas (1893 – 1898)

Eine Gesamtaufstellung der Häfen, mit geschichtlichen Erläuterungen.

Die Beschreibungen der Marken sind sehr detailliert, z.B. mit Zähnungsvarianten, Papier- und Farbvarianten, Hinweisen zu Stempeln und, soweit bekannt, wurden auch Post- und Briefkarten und Zeitungsbanderolen berücksichtigt.

Wolfgang R. Balzer.

Spezialkatalog der Vertragshäfen Chinas (1893-1898). 2019.

156 S. , fest gebunden.