8 Stichworte aus der vielfältigen Welt der Philatelie

Diese und weitere 4000 Stichworte finden Sie in:
Ullrich Häger: Kleines Lexikon der Philatelie. Gütersloh, 1977
Signatur: AL-A 7

Vineta-Provisorium

Gelber Hund

Zinkkugelpost

Vineta-Provisorium
Im Michel-Deutschland ist unter Nr. 67 eine halbierte und mit Handstempelüberdruck 3 Pf versehene Germania-Marke (Mi 55) verzeichnet, die als Vineta-Provisorium zum philatelistischen Begriff geworden ist und bevorzugt auf Streifband oder Briefstück mit Stempel der Deutschen Marine-Schiffspost No.1 entwertet gesammelt wird.
Die Marke wurde in dieser Form vom Zahlmeister des deutschen Kreutzers “Vineta” im März 1901 während einer Auslandsreise in einer Auflage von 600 Stück hergestellt und sollte zur Freimachung von Drucksachensendungen der Besatzung in der Heimat dienen, die in großer Zahl bei der Schiffspost aufgeliefert wurden, nachdem Zeitungen über den Besuch des Schiffes in New Orleans/USA nach Port of Spain/Trinidad nachgeschickt worden waren.
Zur Ausrüstung der Marine-Schiffspostämter gehörten damals noch keine Marken zu 3 Pf für Drucksachen; das geschah erst nach dem “Fall Vineta”. Die Herstellung dieses Provisoriums widersprach den klaren Bestimmungen der Post, wonach bei Markenmangel Barfreimachung anzuwenden war.
Auch sonst ist vieles, was im Zusammenhang mit dem Vineta-Provisorium steht, merkwürdig oder dubios, worüber im Rahmen eines Lexikons nicht ausführlich gesprochen werden kann. Der mit der Abstempelung der Post betraute Obermaat nahm auch mit zwei oder mehreren Markenhälften (darunter Viererblocks) freigemachte Postkarten und Briefe an, obwohl für diese 5- bzw. 10-Pf-Marken genügend zur Verfügung standen, und das Provisorium nur für Streifbandsendungen gedacht gewesen war. Der gleiche Mann fertigte nach Rückkehr in die Heimat Überdruckfälschungen an und entwertete diese mit dem echten und rückdatierten Schiffspoststempel, zu welchem er offensichtlich noch Zugang hatte.
Das Vineta-Provisorium ist zwar stets ein Renommierstück jeder Auktion und erzielt hohe Preise, doch ist Grund und Art der Entstehung postalisch und philatelistisch nicht einwandfrei. Außerdem dürfte die Halbierung nicht unter den Freimarken Deutschlands mit einer Hauptnummer katalogisiert werden; sie gehört bestenfalls zur Rubrik “Deutsche Schiffspost im Ausland”.
Literatur:
Mauritius, Heft 11/1966
Signatur: Z 110

Gelber Hund
Aufdruck (und Wertüberdruck 1 M) auf einer der sogenannten halbamtlichen Wertzeichen der Flugpost am Rhein und am Main (Mi IV, nach Deutsches Reich Mi 97), mit welcher Postkarten versehen sein mußten, wenn Beförderung statt mit Luftschiff “Schwaben” mit einem der vier Flüge des wegen seiner gelben Bespannung “Gelber Hund” getauften Euler-Doppeldeckers unter der Führung von Leutnant von Hiddensen gewünscht wurde.
Bei vom Absender vorgesehener Weiterleitung durch die Reichspost an einen Empfänger im In- oder Ausland war eine Germaniamarke zu 5 oder 10 Pf hinzuzukleben.
Von Spezialsammler gesucht ist der Aufdruckfehldruck Gelber Huna. s.a.
Roter Hund.
Literatur:
Archiv für deutsche Postgeschichte, Heft 1/1962
Signatur: Z 87
DBZ, Heft 13 + 21/1963
Signatur: Z 26

Zinkkugelpost
auch Schwimmkugelpost. Während der Belagerung von Paris im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 gelangten mit der Ballonpost zwar zahlreiche Sendungen aus Paris in das unbesetzte Frankreich, die Verbindung in umgekehrter Richtung dagegen war von noch mehr Zufällen abhängig, außerdem konnten nur Nachrichten im Telegrammstil verschickt werden (Taubenpost). Es wurden viele Vorschläge gemacht, um Post durch den dichten Belagerungsgürtel nach Paris zu bringen. Die meisten erwiesen sich als undurchführbar. Nur der von den Erfindern Delort, Robert und Vonoven eingebrachte Vorschlag fand praktische Verwendung, jedoch keinen Erfolg im gedachten Sinne.
Es handelte sich um verzinkte und wasserdicht verschließbare kleine Kugeln, die maximal 600 Briefe aufnehmen konnten. Durch einen an sich gut durchdachten Mechanismus sollten diese Kugeln wenig unter dem Wasserspiegel in der Schwebe gehalten werden und dadurch dem Feind unsichtbar bleiben; als “Transportmittel” der Kugeln war nämlich das Wasser der Seine ausersehen.
Als Sammelstelle für Zinkkugelpost wurde von der französischen Post die Stadt Moulins im Departement Allier (südöstlich von Bourges) bestimmt, weshalb die für diese Beförderungsart vorgesehenen Briefe mit “Paris par Moulins” gekennzeichnet sein mußten. In Moulins wurden die Briefe in die Kugeln verpackt (deshalb auch “Boules de Moulins” = Kugeln von Moulins genannt) und diese, da die Allier in die Loire mündet, zur Ortschaft Braye-sur-Seine gebracht und dort der Seine anvertraut. Das Porto für einen Zinkkugelbrief betrug 1 Franc, wovon die französische Post nur 20 Cent. beanspruchte und 80 Cent. den Erfindern zukommen sollten. Man war jedoch hinsichtlich der Ankunft der Briefe unsicher, weshalb die Erfinder für jeden angekommenen Brief nur 40 Cent. Vorschuß erhielten, die restlichen 40 Cent. sollten nach Ankunft der Kugeln in Paris ausgezahlt werden, wozu es in keinem Fall gekommen ist.
Mit vier Kugeln startete das infolge Beendigung der Belagerung nur 27 Tage dauernde Unternehmen “Paris par Moulins” am 4.1.1871. Insgesamt wurden 55 Kugeln abgelassen, von denen jedoch an der Tag und Nacht besetzten Auffangstelle am Place Port-à-Anglais in Paris keine einzige eintraf. Erst lange nach Ende der Belagerung und des Krieges, im Mai 1871, wurde die erste Kugel gefunden. Die Schwimmfähigkeit ist wohl unterschätzt worden; viele sanken auf den Seinegrund, andere blieben im Ufergestrüpp hängen oder passierten Paris unbemerkt. Von den 55 Kugeln sind nicht einmal 20 entdeckt worden, die bisher letzte 1969 in der Nähe von Rouen.
Sehr viele der ans Tageslicht gekommenen und äußerlich unscheinbaren Zinkkugelpostbriefe wurden in Unkenntnis der Bedeutung des Vermerks “Paris par Moulins” vernichtet, von anderen wurden die Marken abgerissen, um eine Lücke im Markenalbum zu schließen. Aber auch Marken beraubte Briefe finden Interesse und sind als seltene Dokumente einer ungewöhnlichen Postbeförderung wertvoll. s.a.
Tin Can Mail, Kugelpostwagen.
Literatur:
Heyd, Günther: Paris par Moulins 1870/71, 1969
Signatur: DF-B 40

Flugpost am Rhein und am Main
von Großherzog Ernst Ludwig und Großherzogin Eleonore von Hessen und bei Rhein (Großherzogtum Hessen-Darmstadt) patronisierte und “Postkartenwoche” genannte Veranstaltung zugunsten der “Großherzoglichen Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge in Hessen”, bei welcher vom 9.-23.6.1912 mit Luftschiff “Schwaben” und Flugzeug “Gelber Hund” besonders Postkarten (später auch beliebige Karten) an jeden Ort im In- und Ausland befördert werden konnten, wenn das tarifliche Porto durch Hinzukleben einer Germaniamarke zu 5 bzw. 10 Pf bezahlt war. Zur Beförderung durch die Luft, woran die Reichspost nicht beteiligt war (die Auflieferung konnte jedoch durch alle Briefkästen erfolgen), mußte die Sendung je nach Kartenart mit einem oder mehreren sogenannten halbamtlichen Wertzeichen (Spendenmarken) des Veranstalters versehen sein, die im Michel-Katalog nach Deutsches Reich Mi 97 unter Mi I-III verzeichnet sind und mit postamtlichem Sonderstempel entwertet wurden. Diese Stempel gibt es mit Ortsangabe Darmstadt, Frankfurt/M., Offenbach/Main, Mainz und Worms, den Lande- bzw. Postübernahmeplätzen des Luftschiffes; Offenbach und Worms sind die seltensten Stempel. Daneben hatte man sich als besondere Attraktion Kartenbeförderung mit dem Flugzeug “Gelber Hund” ausgedacht (Mi IV), während Mi V und VI nur für Karten zur letzten Fahrt des Luftschiffes und ein damit verbundenes Preisausschreiben verausgabt wurden.
Literatur:
Archiv für deutsche Postgeschichte, Heft 1/1962
Signatur: Z 87
DBZ, Heft 13+ 21/1963
Signatur: Z 26

Roter Hund
Bezeichnung aus der Sammlersprache für in einer Auflage von nur 2000 hergestellten numerierten Postkarten aus braunrotem Karton, die anläßlich der Flugpost am Rhein und am Main verausgabt wurden und mit drei der sogenannten halbamtlichen Wertzeichen (Spendenmarken) Mi IV (nach Deutsches Reich Mi 97) beklebt sein mußten und dann mit dem Flugzeug “Gelber Hund” befördert wurden. Bei gewünschter Weiterbeförderung mit der Reichspost an einen Empfänger im In- oder Ausland war eine Germaniamarke zu 5 bzw. 10 Pf hinzuzukleben.

Ballonpost
mit durch erwärmte Luft, Leuchtgas, Wasserstoff oder Helium gefüllte und bemannte Freiballons bis zum Landeplatz beförderte oder vorher abgeworfene Sendungen, die teils auch der Staatspost zur Weiterleitung an den Empfänger übergeben werden, wozu sie nach Tarif frankiert sein müssen. Es hat aber auch verschiedentlich Nachrichtenübermittlung oder Versuche dazu mit unbemannten Ballons gegeben (Papillions de Metz).
Literatur:
Cohn, Ernst M.: Die Papillions von Metz oder Die beiden Ballonposten von Metz, 1976
Signatur: DF-B 13
Mit dem von den Brüdern Montgolfier 1782 erfundenen Heißluftballon wurde der erste Menschenflug am 21.11.1783 von Pilâtre de Rozier und d´Arlandes in Paris unternommen. Schon ab 1784 nahmen in verschiedenen Ländern Piloten teils Mitteilungen mit, die jedoch noch nicht als Ballonpost bezeichnet werden können. Die mit ganz kleinen Ballons aus den belagerten Festungen Valenciennes und Condé im Juni 1793 aufgelassenen, handschriftlich mit par un Ballon gekennzeichneten, aber in Feindeshand geratenen Briefe dürfen als Beginn der Ballonpost gelten. Im Reichsarchiv Kopenhagen werden vier Briefe aufbewahrt, die während der Seeblockade durch Frankreich von der dänischen Insel Seeland nach Fünen 1808 mit Ballon befördert worden sind. Aus den USA ist Abwurfpost von 1831, aus Großbritannien von 1836 anläßlich eines Rekordfluges, der von London bis Weilburg führte, 1845/46 aus Italien (Mailand und Rom) bekannt.
Die erste Beförderung amtlicher Briefe mit Ballon fand am 17.7.1859 in den USA statt (am 1.7.1859 nur private Mitteilungen). Der Pilot John Wise nahm bei seinem Aufstieg in St.Louis 123 Briefe mit (es ist nur einer erhalten geblieben); er legte 1290 km zurück und ging in Henderson/N.Y. nieder.
Literatur:
Schweizer Briefmarken-Zeitung, Heft 7/1959
Signatur: Z 25
Die erste eigentliche Ballonpost in Deutschland datiert vom Juni 1897. Louis Godard führte anläßlich der Gewerbeausstellung in Leipzig Ballonfahrten durch und nahm Postkarten mit, die nach der Landung (wenn nicht vorher abgeworfen) der Reichspost zur Weiterbeförderung zugeleitet wurden. Die Karten erhielten private Bestätigungsstempel, z.B. Diese Karte hat die Freifahrt des Ballons “Aug. Polich” (Kap. L. Godard) mitgemacht und wurde am Landeplatz zur Post gegeben.
Literatur:
Boesman, J.: Balloonposts world catalogue 1783-1968, 1968
Signatur: GL-A 9
Abgesehen von den Ballonpostbelegen unserer Zeit, die vorwiegend den Sammlern und Wohltätigkeitseinrichtungen zuliebe ihr Dasein verdanken, ist wohl die Pariser Ballonpost am bekanntesten und hat schon viele Sammler begeistert.
Literatur:
Heyd, Günther: Die Ballons von Paris 1870-71, 1970
Signatur: DF-B 39

Taubenpost
sehr alte, schon den Ägyptern, Griechen und Römern bekannte Beförderungsart für schriftliche Mitteilungen durch Brieftauben. Im 13. Jahrhundert bestand bereits eine regelmäßig “beflogene” Linie Kairo-Bagdad. Diese und die meisten späteren Taubenposten dienten natürlich nur den Herrschern oder Regierungsstellen, wurden auch bevorzugt bei Feldzügen eingerichtet.
1. Die Taubenpost erlebte eine kurze, neue Blüte während der Belagerung von Paris im Deutsch-Französichen Krieg 1870/71. Die Verbindung zwischen Paris und dem unbesetzten Frankreich konnte durch die
Ballonpost aufrechterhalten werden, mit dieser aber nicht in umgekehrter Richtung. Deshalb wurden mehreren Ballons insgesamt 363 Tauben nach und nach mitgegeben, von den 57 nach Paris zurückkehrten. Die erste Taubenpost erreichte Paris am 9.10.1870 mit amtlichen Mitteilungen; ab 4.11. wurden auch private Nachrichten befördert.
Anfänglich konnte eine Taube nur wenige auf Seidenpapier geschriebene Nachrichten befördern. Dann aber kam Monsier Dragon auf die Idee, die in Tours gesammelten Mitteilungen als Buchdruck gesetzt auf Gallerthäutchen mikrofotografisch zu übertragen, so daß eine einzelne Taube bis zu 40 000 Briefe mit höchstens je 20 Worten tragen konnte und bis zur Kapitulation von Paris rund 2 Millionen derartige Depeschen (Pigeongramme = Taubentelegramm genannt) dorthin gelangten. Die Mikrofotos wurden in Paris mittels Projektor stark vergrößert auf eine Leinwand geworfen, von Postbeamten auf normale Papierbogen abgeschrieben und den Empfängern zugestellt. Die Gebühr für ein Wort betrug 50 Centimes. Noch seltener als die eigentlichen Taubenpostbriefe sind Vordruckkarten, die zur Beantwortung von Ballonpostbriefen dienten und vier Rubriken enthielten, in welchen die in Ballonpostbriefen gestellten Fragen in gleicher Reihenfolge mit “Ja” oder “Nein” beantwortet werden konnten. Dadurch war es nach mikrofotographischer Reproduktion möglich, zahlreiche Antworten nach Paris zu leiten. Von diesen Vordruckkarten sind naturgemäß nur ganz wenige erhalten geblieben, da die Originale den Empfängern in der Regel nicht zugestellt wurden:
Literatur:
Hofinger, Wilhelm: Die älteste Luftpost der Welt, 1957
Signatur: DF-B 62
2. Die Great Barrier Insel, 60 Meilen von Auckland/Neuseeland entfernt, war ab 1890 durch Holzfäller und Goldsucher dicht besiedelt; alle 16 Tage nahm ein Schiff den Postaustausch vor. Ein Walter Fricker richtete 1896 eine Taubenpost ein, die bis zur Eröffnung der Telegraphenlinie zur Insel 1908 betrieben, nach anderer Lesart aber schon nach einigen Monaten wegen Unrentabilität eingestellt worden sein soll. Die auf Seidenpapier geschriebenen kurzen Briefe wurden am Fuß der Taube befestigt. Auf Anregung des Sammlers Henry Bolitho aus Auckland wurde im November 1898 eine dreieckige Taubenpostmarke verausgabt und verwendet. Darstellung: fliegende Taube mit Brief im Schnabel, Inschrift oben GREAT BARRIER ISLAND, unten SPECIAL POST, seitlich ONE SHILLING. Die Gebühr nach Auckland betrug 1 sh, in umgekehrter Richtung 6 d. Am 19.11.1948 wurde ein Gedenkflug veranstaltet, wozu es einem privaten Sonderumschlag gegeben hat.
Literatur:
Gibbons Stamp Monthly, Vol. 37, Heft 5/1964
Signatur: ZF 513
Stamp Monthly, Juli 1969
3. Es sind weitere Taubenposten bekannt, so in Belgisch-Kongo 1905 zwischen Boma und Banana; auch Schiffe der HAPAG sollen teils Brieftauben an Bord gehabt haben, um Meldungen in den nächsten Hafen zu befördern. Andere blieben nur Idee, so die Alaska Pigeon Mail Service Company eines gewissen Thomas Arnold von 1897, der fotographische Verkleinerungen von Briefen mittels Tauben von und zu den Goldfeldern in Alaska befördern wollte. Es sind dafür zwei Marken zu 1 und 2 $ bekannt, jedoch nicht auf geflogenen Briefen. Nach 1945 sind zu einigen philatelistischen Veranstaltungen (z.B. Ausstellung Brünn) Taubenposten eingerichtet worden, die alle mehr als Spielerei zu bezeichnen sind.

Zinndosenpost = Tin Can Mail
eigentlich bekannter unter der englischen Bezeichnung Tin Can Mail. Die zu Tonga gehörende Insel Niuafoou verfügt über keinen Hafen oder eine Ankermöglichkeit für größere Schiffe. Von diesen wurden die für Niuafoou bestimmten Briefe in verzinnten und wasserdicht verschlossenen Blechbüchsen eingelegt und über Bord geworfen, sobald sich ein Eingeborener nach Überwindung der Brandung schwimmend dem Schiff näherte, so daß der “Briefträger” die Büchse greifen konnte. Dieser ließ seinerseits eine gleiche Zinndose mit der nach anderen Tonga-Inseln oder in das Ausland gerichteten Sendungen in Schiffsnähe treiben, die vom Schiff aus aufgenommen wurde. Da die geschickten Eingeborenen aber auch mit ihren Boten ohne weiteres auf das freie Meer gelangen, kann die Zinndosenpost, von der Belege bis Ende der 30er Jahre bekannt sind, nur als Spielerei und Geschäft mit den Sammlern angesehen werden. Das wird besonders deutlich, wenn man einen solchen Brief betrachtet, der mit bis zu 20 (!) verschiedenen Stempeln in mehreren Sprachen (darunter auch in Deutsch und sogar Griechisch) versehen ist; die weitaus meisten davon sind lediglich private Bestätigungsstempel. Ein philatelistischer Wert kommt den Zinndosenbriefen nicht zu; dagegen Zinkkugelpost.

Kugelpostwagen
von etwa Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts in Kopenhagen gebräuchliche Postwagen mit kugelförmigem Aufbau ausschließlich zur Briefbeförderung. Die Kugel war mit eisernen Stacheln versehen, um blinden Passagieren die Freude an kostenloser Mitfahrt zu verderben. Auf den zwei Gedenkmarken zum 100. Geburtstag der ersten dänischen Briefmarke ist ein solcher Kugelpostwagen wiedergegeben (Mi 326/27); aber Zinkkugelpost.